27.01.2017 – Bomben und Granaten

UNDO ● I. Aya
27.01.2017 ● Bomben und Granaten

 

Schon am Donnerstagabend hat Fr. Dr. Stein ein SMS geschickt, in dem sie mir mitteilt, dass sie krank ist und die Sitzung am Freitag ausfällt. Trotzdem bin ich gestern in den Park gegangen und habe mich auf meine Bank gesetzt. Zwei Bänke weiter saß ein älteres Paar. Der Mann sagte: Handschuhe, Handschuhe haben nur faule Menschen. Und eine Mütze, sagte der Mann, eine Mütze ist etwas für Weichlinge. Die Frau schwieg. Und einen Schal habe ich sowieso nie getragen, sagte der Mann. Wenn ich meine Gurgel spüre, sagte er, dann ist mir nicht kalt. Und noch einmal: Wenn ich meine Gurgel spüre, dann ist mir nicht kalt. Die Frau sagte: Ist schon gut!

Es fällt mir schwer, das Gespräch nicht zu belauschen. Es ist unmöglich. Irgendwann ist ihnen doch kalt und sie gehen. Wenn ich meine Gurgel spüre, dann ist mir nicht kalt, sagt der Mann. Die Frau sagt noch einmal: Ist schon gut!

Heute sehe ich mir die Trafik von heute an. Sie ist mit fünf Kunden eigentlich überfüllt. Wenn ein Kunde bezahlt hat, muss er sich mühsam an den anderen Kunden vorbei zum Ausgang zwängen. Heute habe ich Zeit. Ich nehme den Standard und die Wiener Zeitung. Und ich nehme einen Lottoschein. Viel Glück, sagt die Trafikantin, als sie mir den Beleg auf die Zeitungen legt. Nadine. Sie muss Nadine heißen.

Und dann gehe ich schnell nach Hause. Wenn Aya sich auf Skype meldet, möchte ich sie nicht verpassen.

Und fast hätte ich die Zeitung nicht gelesen:

 

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