Der Detektiv Fingerlos

UNDO ● V. Wartezimmer
Der Detektiv Fingerlos

 

Inzwischen sind zwei neue Patienten, eine junge Frau und ein älterer Herr gekommen und warten auf die Sprechstundenhilfe. Aya überlegt, wie die beiden wohl heißen könnten. Doch schon nach wenigen Minuten kommt der Erfinder Jahn wieder aus dem Behandlungszimmer. Er geht schnell durch den Warteraum und verlässt ihn, ohne zu grüßen. Im selben Moment steht einer der Patienten, der gewartet hat auf, und verlässt ebenfalls die Arztpraxis. Der nächste Patient wird aufgerufen: »Herr Fingerlos, bitte! Herr Fingerlos!« – Im weißen Kittel kommt Frau Dr. Haupt in den Warteraum und wendet sich an die Patienten: »Wer von Ihnen ist Herr Fingerlos?« – Alle blicken um sich. Aya ahnt, dass Herr Fingerlos der Mann ist, der nach dem Erfinder Jahn die Praxis verlassen hat.

Kurz bespricht sich Frau Dr. Haupt mit der Sprechstundenhilfe, dann ruft sie die nächste Patientin auf: »Dann sind Sie dran, Frau Mahdavian!« – Eine Frau steht auf und folgt Dr. Haupt ins Behandlungszimmer. Inzwischen haben sich die zwei Personen, die neu in die Praxis gekommen sind gesetzt.

»Sieben Leute sind vor uns. Drei nach uns«, sagt Aya. »Also Frau Mahdavian …«, will der Vater sagen, doch Aya unterbricht ihn: »Moment! Moment! Was ist mit Herrn Fingerlos. Wer ist er? Und warum ist er hinaus gerannt, ohne zur Frau Doktor gegangen zu sein?«

Der Vater seufzt. Aya muss lachen. Jetzt fällt ihm nichts mehr ein, denkt sie. »Ich habe dir doch vorhin gesagt, dass der Erfinder Jahn von einer ganzen Industrie für Computerteile gesucht wird.« – »Und her Fingerlos ist ein Killer?«, fragt Aya. Der Vater lacht: »Er ist kein Killer, er ist ein Detektiv. Er teilt seinen Auftraggebern immer mit, wo sich der Erfinder Jahn gerade befindet und folgt ihm auf Schritt und Tritt«. Aya überlegt: »Heißt das, dass er sich gar nicht behandeln lassen kann, wenn er krank ist, weil ihm der Erfinder Jahn sonst davonläuft?« – »Ja, so ist es. Er ist ein armer Mensch, der Detektiv Fingerlos. Sein Leben ist sehr stressig«, sagt der Vater.

»Weißt du, was ich mich frage«, sagt Aya. »Ob sich Margit da drüben wohl auch Geschichten über uns ausdenkt?« – »Aber natürlich«, sagt der Vater, »sonst würde sie doch mit dem Gameboy spielen.« Aya lacht.  »Aber zuerst«, sagt der Vater, »muss ich dir die Geschichte von Kira erzählen.« – »Wer ist Kira?«, fragt Aya. Und der Vater erzählt über

 

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