Die Kuh von Kate O’Leary

UNDO ● V. Wartezimmer
Die Kuh von Kate O’Leary

 

Im Jahr 1871 brach in der nordamerikanischen Stadt Chicago ein großer Brand aus, der große Teile der Stadt verwüstete, 300 Todesopfer forderte und Zehntausende Bewohner von Chicago obdachlos machte. Das Feuer brach im Kuhstall von Kate O’Leary aus, deren Familie vom Verkauf der Milch ihrer fünf Kühe lebte. In der Folge wurden viele Vermutungen angestellt, was das Feuer ausgelöst haben könnte. Der Journalist Michael Ahern behauptete in der Zeitung Chicago Republican, dass Kate O’Leary mit einer Laterne in den Stall gegangen war und ihre Kuh Daisy, gegen die Laterne getreten habe, worauf der Stall in Brand geraten wäre. Viele Journalisten kamen nun zu Kate O’Leary, um über sie zu schreiben, und je mehr Artikel geschrieben wurden, desto sicherer war man, dass die Kuh Daisy tatsächlich das Feuer ausgelöst hatte.

Auch als Michael Ahern zugab, die Geschichte mit der Kuh nur erfunden zu haben, konnte man niemand mehr davon abbringen, Daisy für die Schuldige zu halten. Zwar wurde Kate O’Leary in einem Gerichtsverfahren freigesprochen, doch inzwischen gab es nicht nur zahlreiche Artikel über die Kuh Daisy, sondern auch Lieder und Gedichte. Und auch nachdem Kate O’Leary im Jahr 1895 völlig verarmt verstorben war, lebte die Legende weiter. 1937 erschien sogar ein Film über die Familie O’Leary. Die Darstellerin von Misses O’Leary hieß Alice Brady und erhielt für diesen Film einen Oscar.

 

Weiter >>>

<<< Zurück