Irgendwann

UNDO ● V. Wartezimmer
Irgendwann

 

Und während Aya und der Vater über die Vornamen in Westafrika gesprochen haben, ist ein Mann von seinem Stuhl aufgestanden und steht unruhig wartend neben dem Korridor, der zum Behandlungszimmer führt. »Er ist vor uns. Dann sind wir dran«, sagt Aya. Der Vater nickt.

Als Kwesi Mensah aus dem Behandlungszimmer kommt, steht die Sprechstundenhilfe schon im Wartezimmer und nickt dem unruhig Wartenden Herrn zu: »Bitte, wenn Sie weiterkommen!« Und dann verschwinden die beiden.

»Jetzt weißt du nicht, wie der Herr heißt«, sagt Aya. »Das ist ganz egal«, sagt der Vater, »denn ich kenne ihn nicht. Ich kann dir gar nichts über ihn erzählen.« – »Nichts? Überhaupt nichts?«, fragt Aya. Der Vater schüttelt den Kopf.

»Willst du Margit nicht etwas fragen?«, fragt der Vater. Aya schüttelt den Kopf.

Der Vater ist froh, dass Aya noch nicht erwachsen ist, dass sie noch mit ihm Einkaufen, ins Kino und zum Arzt gehen kann. Dass er hier im Wartezimmer mit ihr sprechen kann. Dass er ihr Geschichten erzählen kann, die wahr sind und die erfunden sind. Doch irgendwann gehen ihm die Worte aus. Irgendwann sind die beiden die Nächsten, die dran sind. Dann verschwinden sie im Behandlungszimmer.

 

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