04.05.2018 – Einfach Deutsch

UNDO ● VI. Frankfurter
Einfach Deutsch

 

AYA: Warst du gestern in deiner Therapiesitzung?

ICH: Nein.

AYA: Hast du die Bank-Austria-Filiale in der Lazarettgasse gefunden?

ICH: Nein.

AYA: Hast du wenigstens die Gedenktafel für den Frankfurter-Erfinder besucht?

ICH: Auch nicht.

AYA: Muss ich mir Sorgen um dich machen?

ICH: Ich habe leider das Heft mit der Grammatik meiner Sprache Einfach Deutsch im Jänner 2017 entsorgt. Aber ich schreibe die Grammatik gerade neu – aus dem Gedächtnis. Sie muss auf ein Blatt A5 passen.

KINGA: Davon hast du schon 1990 gesprochen und nie hat jemand auch nur einen Satz von dieser Sprache gesehen.

CHRISTIANE: Was soll das sein? Ein neuer Versuch die Welt zu retten?

ICH: Eine deutsche Sprache, die so einfach ist, das man sie in zwei Wochen lernen kann.

CHRISTIANE: Das gab es doch schon. Vereinfachtes Deutsch von Oswald Salzmann oder das Weltdeutsch von Wilhelm Ostwald.

AYA: Dein Problem ist, dass du nie etwas zu Ende bringst.

KINGA: Sein Problem ist, dass er nie damit beginnt. Er redet seit achtundzwanzig Jahren davon.

ICH: Diesmal gewinnen wir. Es gibt keine Geschlechter, keine Personalendungen und keine unregelmäßigen Verben, außer sein.

CHRISTIANE: Warum ist sein nicht auch regelmäßig?

KINGA: Und der bestimmte Artikel?

ICH: Ist immer nur de. Das Haus = de haus. Die Häuser = de hauses.

KINGA: Herrlich. Warum ist das den Deutschen nicht gleich eingefallen?

ICH: Manchmal dauert es eben ein paar hundert Jahre.

AYA: Ein Beispiel.

CHRISTIANE: Gestern besuchten wir den Grinzinger Friehhof.

ICH: mii besuuchte gestern de grinziniger friidhoof.

CHRISTIANE: Dort haben wir das Grab von Heimito von Doderer gesehen.

ICH: mii seehte dort de graab fon heimiitoo fon dooderer.

 

 

 

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