Auch
Bei einer Versteigerung des Nachlasses von Joseph Haydn wenige Monate nach seinem Tod im Jahr 1809 erstand der Fürst von Liechtenstein um 1.415 Gulden einen Kakadu, den der Komponist neunzehn Jahre zuvor in London gekauft hatte. Sogleich wollte Fürst von Liechtenstein dem Fürsten Esterházy, der um 4.500 Gulden den restlichen Nachlass Haydns gekauft hatte, vorführen, dass es wahr war, was er von Musikkennern gehört hatte: dass nämlich dieser Kakadu, sobald man die Melodie des zweiten Satzes von Haydns drittem Erdödy-Quartett, die später als Kaiserhymne bezeichnet wurde, zu pfeifen begann, da Meister Haydn sie dem Vogel angeblich in seinen letzten Lebensjahren täglich auf dem Piano vorgespielt hatte. Doch der Vogel gab keinen Ton von sich. »Vielleicht pfeift dieser Kakadu ja auch auf den Kaiser«, sagte der Fürst Esterházy. Der Fürst von Liechtenstein drehte sich zu ihm, schaute ihm in die Augen und fragte: »Was meinen Sie mit ›auch‹?«