Brot
Es war der bittere Lohn des Friedenskaisers, dass er im Oktober seinem Volk mit unsagbarem Weh im Herzen zurufen musste, dass alles nun dem Vaterland zu dienen hätte, dass alle die Soldaten zu unterstützen hätten, dass alle Opfer bringen müssten. Weiters trat eine kaiserliche Verordnung in Kraft, die die Verwendung von Brot zum Putzen von Tapeten und Fußböden verbot. Es war der bittere Lohn des Kriegskaisers, dass er im Dezember seinem Volk nicht vom schnellen Sieg über den Feind und von der Rückkehr der Soldaten zu Weihnachten berichten konnte. Weiters trat die geänderte kaiserliche Brotverordnung in Kraft, worin jegliche Art von Kleingebäck, die sogenannten Mundsemmeln, sowie die Erzeugung von Christbroten, Striezeln, Stollen und jeglicher Weihnachtsbäckerei strengstens verboten wurde. Im dritten Jahr des Krieges schwieg der Kaiser. Es trat eine Verordnung in Kraft, die die Bestrafung von Mehlschmuggel ab der geringsten Menge mit schwerem Kerker festsetzte. Weiters wurde vom Genuss von Notbrot und Brotersatz, dem zum Teil Erde, Sand, Stroh und Baumrinde zugegeben werde, und dem Verzehr von Streckbutter gewarnt, deren Verzehr schon nach kurzer Lagerung zu Krämpfen, Koliken und Vergiftungen führe. Es war der Lohn des Kriegsvolkes, dass es nach vier Jahren endlich Frieden gab und Lebensmittelmarken. Doch die Wenigsten konnte mit ihren Lebensmittelmarken ein Brot ergattern.