Hutnadel

Hutnadel

 

Auf einer Parkbank in der Maigasse saß am 16. September die Bedienerin Jaklitsch, um ihr Gabelfrühstück zu verzehren. Ohne zu grüßen oder zu fragen, ob der Platz neben ihr frei sei, setzte sich ein Mann neben sie und begann damit, Glasscherben aus einem zerschlissenen Sack zu nehmen und zu essen. Er zog sich dabei keinerlei Verwundung zu. Er präsentierte lange Nadeln, die er tief in seine Unter- und Oberarme rammte und schließlich durchbohrte er beide Wangen mit einer Hutnadel. Nachdem er aufgestanden war und sich verbeugt hatte, bat er Jaklitsch um ein Almosen. Sie musste ihm aber mitteilen, dass ihre Herrschaft ihr seit Juni ihren Lohn schulde und sie kein Geld besäße. Am Tag darauf erfuhr die Bedienerin Jaklitsch, dass auch andere Dienstmädchen dem Glasesser begegnet waren und ihn als den böhmischen Fakir bezeichneten. Es handle sich um den früheren Pferdewärter der Polizei in Teplitz, der eines Tages zum Amüsement der dortigen Polizisten hypnotisiert worden sei. Sein Trancezustand sei allerdings nie wieder aufgehoben worden. Der Agent Ettenreich habe den böhmischen Fakir mehrmals um seine Adresse gebeten, um ihn für Vorführungen zu buchen, dieser habe aber geantwortet, dass er obdachlos sei und über keine Anschrift verfüge.