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0 1 2 – Gemeindebücherei Steinach am Brenner

Fr 14.06.2024 ● 19:00

Lesung und Gespräch

Daniel Wisser

0 1 2

Roman

Ort: Gemeindebücherei Steinach, Brennerstraße 39, 6150 Steinach am Brenner

https://www.meinbezirk.at/event/stubai-wipptal/c-literatur-buch/buchpraesentation-daniel-wisser-0-1-2_e1272980

https://steinach.litkatalog.eu/

https://www.penguinrandomhouse.de/Buch/0-1-2/Daniel-Wisser/Luchterhand-Literaturverlag/e607152.rhd

Der neue Roman von Daniel Wisser: »eine der spannendsten Stimmen der österreichischen Gegenwartsliteratur« (SZ)

Vor dreißig Jahren verstorben, bekommt der Computerentwickler Erik Montelius ein zweites Leben geschenkt: Als erster Patient weltweit wird er aus der kryonischen Konservierung geholt. Fortan sieht er sein Dasein nicht in Leben und Tod geteilt, sondern in erstes Leben, zweites Leben und Tod. Doch auch im zweiten Leben ist die Welt keine bessere: Seine Frau hat seinen Geschäftspartner geheiratet – der hat zudem Eriks Ideen geklaut. Die Menschen tragen Masken über Mund und Nase, wischen auf tragbaren Computern herum und haben die Visionen von einer gerechten und umweltfreundlichen Gesellschaft aufgegeben. Erik hat nichts, kein Geld, kein Zuhause, nicht einmal einen Ausweis. Aber er hat einen Verdacht, wem er seinen ersten Tod zu verdanken hat. Und er hat einen Buchvertrag und damit die Gelegenheit, die Wahrheit ans Licht zu bringen …

Liebe Einmalgeborene Eingeborene, es nützt nichts, Sie müssen es ein zweites Mal versuchen! Das Immergleiche passiert immer wieder, es schaut nur jedes Mal anders aus. Aus diesem Buch können Sie erfahren, was passiert ist, während Sie tot waren. Uns sagt es hier Daniel Wisser, lesen Sie es, sonst versäumen Sie was! Und wenn Sie rechnen können, wissen Sie auch, wieviel es geschlagen hat.

Elfriede Jelinek

Daniel Wisser gehört jedenfalls zu den wenig zeitgenössischen Autoren deutscher Sprache, die über Seiten hinweg Pointen liefern, ohne ins Seichte abzudriften.

Carsten Otte (ORF/Exlibris)

https://oe1.orf.at/programm/20231126/740280/Hier-Jetzt-Sofort

Mit 0 1 2 ist Daniel Wisser ein höchst vergnüglicher, formal gewiefter, zugleich politisch brisanter Gegenwartsbefund gelungen.

Katja Gasser (ORF/Zeit im Bild 1)

Es ist drei Jahrzehnte her, dass ich von dem Psychologen James H. Bedford hörte, der sich am Ende seiner Tage verzweifelt fragte, wie er seinen Tod werde überleben können. Als er im März 1967 starb, war er der erste Mensch, der sich auf minus 196 Grad tieffrieren ließ. Der österreichische Schriftsteller Daniel Wisser hat 2023 in seinem scharfsinnigen und geistreichen Roman 0 1 2 durchgespielt, wie es einem Menschen ergehen mag, der nach dreißig Jahren aufgetaut und in ein zweites Leben geschickt wird, und sein Romanheld erfährt, dass wiedergeboren zu werden auch nicht das reine Vergnügen ist.

Karl-Markus Gauß (Süddeutsche Zeitung)

https://www.sueddeutsche.de/meinung/bedford-gefrierfach-kryonik-zack-kass-seegurken-1.6321943

Mit Montelius schafft Wisser eine ambivalente Figur, die sich weder von der Gegenwart noch der Vergangenheit vereinnahmen lässt. Neben Beatles-Exegese und der ins Hysterische überzeichneten Familiendynamik erzählt Wisser federleicht, mit Witz und Verve, von der Gegenwart und von einem, der auszog, um zum zweiten Mal zu leben, ohne Rücksicht auf Verluste.

Johanna Lenhart (Die Presse)

https://www.diepresse.com/17831103/daniel-wissers-roman-012-die-beatles-wussten-alles

Wissers Roman erzählt von einer binär gepolten Gesellschaft, die drängende Probleme nicht bewältigt, weil sie einen anderen, einen dritten Lösungsweg weder erkennt noch einzuschlagen für möglich hält. Ganz anders der Protagonist der Geschichte: Kaum ist er wieder unter den Lebenden, arbeitet er die Lügengeschichten des kriegstraumatisierten Vaters auf, um selbst jenseits der elterlichen Verstrickungen ein ehrliches Familienmodell leben zu können.
Dieser Erzählstrang überrascht dann auch mit einer ernsten Tonalität, die insgesamt gut zur Entwicklung der Figur passt: Erik erkennt, dass sich Freiheit nur im verantwortungsvollen Miteinander realisieren lässt.

Carsten Otte (Tagesspiegel)

https://www.tagesspiegel.de/kultur/daniel-wissers-roman-o-1-2-das-gluck-und-das-pech-eines-wiederauferstandenen-10436818.html

Er zählt zu den originellsten Autoren Österreichs: In seinen Bestsellern kombiniert Daniel Wisser Gesellschaftskritik, launige Beziehungskisten und dramaturgische Kniffe. Ging es im Buchpreis-prämierten Roman Königin der Berge um den Tod, folgt nun die Wiederauferstehung. Sein neues Buch 0 1 2 handelt von einem, der ein zweites Leben geschenkt bekommt. Wobei 0 1 2 ein klassischer Schelmenroman ist, der – in Dialog mit einer Ghostwriterin formuliert – als Autobiografie daherkommt, manchmal böse, oft komisch, immer sprühend vor Ideenreichtum.

Alice Pfitzner, Paula Pfoser (ORF/Topos)

https://topos.orf.at/archive-des-schreibens-daniel-wisser100

Der neue Daniel Wisser, ein politisches Buch? Gewiss! Unsere Gesellschaft steht auf dem Prüfstand. Sie gibt keine gute Figur ab in diesem Spiel der Egoismen und Fest der Lebenslügen.

Anton Thuswaldner (FURCHE)

Daniel Wisser ist mit dem mit 5.000 Euro dotierten Wiener Buchpreis 2024 ausgezeichnet worden. Sein Schelmenroman 0 1 2 ist aber auch ein Lesetipp. Pointiert zeigt der gebürtige Klagenfurter die Verwerfungen unseres Daseins, um Spießertum und Gedankenlosigkeit sichtbarer zu machen.

Vorarlberger Nachrichten

Daniel Wisser legt in seinem neuen Roman einen genau beobachteten, bitterbösen Befund der Gegenwart vor, der mit viel Lust an der Satire bis in ein Asylantenheim führt.

Marianne Fischer (Kleine Zeitung)

https://www.kleinezeitung.at/kultur/6324762/Buch-der-Woche_Daniel-Wisser-und-der-Mann-der-aus-dem-Eis-kam

In Daniel Wissers Romanen wir Literatur auf ein neues Level gehoben. Diese sind der Inbegriff von Erzählkunst, und 0 1 2 wahrlich ein Meisterwerk, das seinesgleichen im Bücherregal sucht.

Susann Fleischer (literaturmarkt.info)

Schlau, komplex, trotzdem unkompliziert ist dieses freche Buch.

Barbara Beer (Kurier)

https://kurier.at/kultur/buch/daniel-wisser-wer-zweimal-lebt/402595604

Gewitzter und gefinkelter hat sich noch selten eine literarische Figur aus dem Staub gemacht.

Judith Hoffmann (Ö1/Morgenjournal)

Doch wie lebt es sich als Toter, der doch wieder lebt, unter alle jenen, denen diese Erfahrung gänzlich fremd ist? Der u.a. mit dem Österreichischen Buchpreis ausgezeichnete Wisser hat aus einer simplen Idee einen Roman mit großem Nachhall geschrieben.

ÖSTERREICH

Daniel Wisser ist ein sehr flüssig zu lesender Roman über unsere Zeit gelungen. Mit scharfer Beobachtungsgabe zeigt er die Verwerfungen unseres Daseins auf. Der phantastische Plot ist nur die Folie, um Spießertum und Gedankenlosigkeit sichtbarer zu machen.

Helmut Schneider (Wiener Bezirksblatt)

https://wienerbezirksblatt.at/das-zweite-leben-des-erik-montelius-buchtipp-von-helmut-schneider/

»Die Familie – so wollen es die Verbrecher, die man die normalen Menschen nennt – geht niemand etwas an.« Die aktuelle Sprengkraft dieses Satzes konnte der Autor beim Schreiben noch nicht erkannt haben.

Konrad Holzer (Buchkultur)

0 1 2 versteht es immer wieder zu überraschen. Im Gegensatz zur Hauptfigur kann man als lesende Einwegexistenz also immer wieder konstatieren: Einmalig!

Salzburger Nachrichten

https://www.sn.at/kultur/literatur/0-1-2-daniel-wisser-holt-einen-toten-zurueck-ins-leben-145216174

In 0 1 2 versucht der wiedergeborene Protagonist, den eigenen Tod aufzuklären. Das ist witzig, mitunter boshaft, klar zeitkritisch und raffiniert gebaut. Das Buch ist vieles in einem. Es ist aber auch ein ernüchternder Beziehungsroman und ein desillusionierender Gegenwartsbefund.

APA

Ein wirklich originelles Lesevergnügen.

Kronen Zeitung

0 1 2 ist ein sehr kluger Roman mit vielen Zwischentönen und hat mit Erik Montelius einen der interessantesten, witzigsten und sympathischsten Protagonisten dieses Bücherjahres.

Veronika Hofeneder (Literaturhaus Wien)

http://www.literaturhaus.at/index.php?id=13948&L=634

Fazit: dieses Meisterwerk bietet ein außergewöhnliches Lesevergnügen.

Nordwest Zeitung

Daniel Wisser greift einmal mehr genial nach Mensch und Sinn und begeistert in mitreißender Erzählkraft und tiefgründiger Gesellschaftskritik!

Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com/2023/10/02/0-1-2-daniel-wisser-roman-luchterhand-verlag/

Wisser gelingt mit einer Melange aus Gegenwarts- und Sci-Fi-Literatur eine erfrischend lakonische Perspektive auf den Zeitgeist.

Björn Eenboom (GALORE)

Famos erzählt.

NEWS

Flüssig erzählen kann Wisser, das muss man ihm lassen.

Michael Wurmitzer (Der Standard)

Afraid of falling down

Afraid of falling down

9. Mai 2024

Man erwarte nicht, dass ich den Zustand des Vortages heranziehe, um den Zustand Österreichs am heutigen Tag zu beurteilen. Das ist die Geschichtslosigkeit und die selbstgewählte Blindheit, mit der die Schundzeitungen und die ständig zu refreshenden Timelines der sogenannten sozialen Medien uns beruhigen wollen. Wer sehen will, kann es und muss es sehen: Seit mehr als sieben Jahren ist dieses Land im Griff einer Macht, die äußerlich österreichische Lebenslügen transportiert, innerlich aber sich teils unter Einhaltung, teils unter Verletzung bestehender Gesetze die Gewalten des Staates und die Gesamtheit ihrer Medien untertan macht.

»Das Volk hängt an Mythen, die seine Lebenslügen sind. Eine Lebenslüge kann armselig, aber wohltätig sein. Deutschland belügt sich selbst […] mit zunehmender Bösartigkeit. Sein Wüten gegen sich selbst ist nur trister geworden.« Diese Zeilen schrieb Heinrich Mann 1936, als sein Pessimismus noch nicht den Höchstwert erreicht hatte.

Innerhalb dieser sieben Jahre ist Österreich im weltweiten Ranking der Pressefreiheit (erhoben von Reporter ohne Grenzen) vom 11. auf den 32. Rang zurückgefallen. Einen Platz vor uns liegt Moldawien, das dieses Jahr mit dem Song In the Middle von Natalia Barbu beim Song Contest antritt. In diesem Song heißt es:

Raise your wings, don’t be afraid of falling down!
Trarara …

Diese Zeilen aus einem Land mit höheren Pressefreiheit als bei uns, können nur ein kleiner Trost sein. Unsere Flügel sind bleischwer. Auf dem 33. Platz im weltweiten Ranking der Pressefreiheit – und damit einen Platz hinter Österreich – liegt Mauretanien. Mauretanien ist ein Land, in dem die Scharia gilt, das Recht also fundamentalistisch ist und in dem die Ausübung anderer Religionen als des Islam gesetzlich untersagt ist. Wenn wir also im nächsten Ranking hinter Mauretanien zurückfallen, wie es sich abzeichnet, dann ist damit nachgewiesen, dass unsere Medien zur Gänze unter autoritärem Diktat stehen.

In Wahrheit haben viele die Lage, in der wir heute sind, über Jahre kommen sehen. Viele haben davor gewarnt. Die Warnungen wurden nicht gehört. Oder sie wurden eben gehört, aber ihnen folgte kein Handeln. Mit jeder Aktion und in Wahrheit Geldverteilungsaktion der Regierung, wie jüngst der sogenannten Digitaltransformationsförderung, wird den Schundzeitungen in diesem Land mehr Geld zugesteckt. Diese bringen täglich Falschmeldungen, um xenophobe, islamophobe und oppositionsfeindliche Inhalte unters Volks zu bringen. Es ist soviel Erfundendes und soviel falsch Dargestelltes dabei, dass Menschen, die diese Falschinformationen analysieren und aufdecken gar nicht damit nachkommen.

Seit 2015, als man während der sogenannten Flüchtlingswelle regelmäßig falsche Inhalte und Horromeldungen lancierte, ist die massenhafte Täuschung der Lesenden und Wählenden in großem Stil im Gange. Nach den Schundzeitungen kommt der ORF, der von der Regierung bereits mehrheitlich mit Parteipolitikern unterwandert ist und in dem heute und jeden Tag vor den Wahlen schnell noch parteipolitisch Posten umbesetzt werden – denn ganz sicher ist die ÖVP nun nicht mehr, dass sie nach den Wahlen im Herbst dazu noch fähig sein wird.

Und in der Abhängigkeit von Regierungszahlungen hat es nun auch Medien erwischt, die einmal freie Medien waren und wohl noch immer darum kämpfen, die aber besonders im Ressort Innenpolitik auf ihren Händen sitzen müssen, bevor sie Artikel über die politischen Zustände in Österreich in ihr Redaktionssystem hochladen.

Da wundert es dann nicht, wenn man über bestimmte Dinge, die in unserem Land vorgehen, gar nichts lesen kann. Menschen, die in kommunistischen Staaten aufgewachsen sind, können einem darüber unendlich viele Geschichten erzählen. Da wundert es nicht, wenn gesetzeswidriges Vorgehen der Ermittlungsbehörden in einem unangenehmen Todesfall nicht thematisiert werden; wenn der Diebstahl und Missbrauch von Daten, die aus Ministerien stammen und in Hände gelangen, in die sie gar nicht gelangen dürften, nicht thematisiert werden; wenn die Todesursache in diesem Fall nicht von den zuständigen Experten, sondern von einem Ex-Kanzler, der wegen Falschaussage vor Gericht steht, und von einer Schundzeitung, die für ihre Behauptungen keine Belege hat, festgestellt wird und die sogenannten Qualitätszeitungen diese bloßen Behauptungen einfach multiplizieren.

Da wundert es nicht, wenn manche sogar einen Schritt weiter gehen, und weitere Nachforschungen und Ermittlungen in diesem Fall als pietätlos bezeichnen. Hier meldet sich wahrscheinlich schon jener religiöse Fundamentalismus zu Wort, der in Mauretanien Staatsgesetz ist und in den auch wir demnächst abgleiten werden. Ja, persönliche Umstände sind nach dem Tod respektvoll zu behandeln, am besten auszuklammern. Aber der Missbrauch von Daten aus Ministerien (die dem Volk gehören), die Manipulation von Verfahren, die den Missbrauch von Steuergeldern aufdecken, Korrpution, Amtsmissbrauch und alles, was die Öffentlichkeit betrifft, der die Regierung und ihre Ministerin für jedes Byte und jeden Cent Rechenschaft schuldig sind, können nicht von der Untersuchung und der Berichterstattung ausgenommen werden. Der Journalismus ist nachgerade dazu da, hier aufzudecken. Und er ist nur eine vierte Kraft, wenn er die Politik durch seine Tätigkeit zum Handeln zwingt.

Noch gilt in Österreich weder die Scharia, noch jener Pietätsfundamentalismus, den sich manche Regierungspartei in Österreich wünscht. Eine jüngste Lokalwahl in Österreich muss ohnehin den Eindruck erwecken, dass gerade ungesetzliches Handeln und Bagatelldelikte die beste Wahlwerbung für Bürgermeister zu sein scheinen. Also: Pietät hin oder her – der Strizzi, der Kleinkriminelle hat jene Qualitäten, die wir uns mehrheitlich wünschen.

Was Demokratie ist, was sie sein und werden soll, ist nicht so einfach darzustellen und sollte in Wahrheit Gegenstand permanenter Diskussion sein. Die Tatsache, dass Wahlen stattfinden, ist keine ausreichende Grundlage für Demokratie. Es beginnt schon dabei, wie die zur Wahl stehenden Listen oder Körperschaften im medialen Diskurs dargestellt werden. Die Verzerrung in diesen Darstellungen (und die vielen Auslassungen) sind uns alle klar. Daraus müsste man aber die richtigen Schlüsse ziehen und danach handeln.

Partizipationsprozesse auf allen Ebenen anzudenken, zu erweitern, zu verbessern – das ist eine wesentliche Voraussetzung für Demokratie, die auch jeden Tag gelebt werden muss und nicht einfach geschrieben steht. Heute sehen wir uns aber keiner zunehmenden Partizipation ausgesetzt, sondern einer oktroyierten Passivität. In dieser Passivtät beobachten wir das Sinken der österreichischen Presse- und Informationsfreiheit unter das Niveau von Pseudo-Demokratien – also Diktaturen. Leider nimmt Mauretanien nicht am Song Contest teil. Vor wem soll Österreich also Vorletzter werden?

Raise your wings, don’t be afraid of falling down!
Trarara …

https://zackzack.at/2024/05/09/afraid-of-falling-down