Esstisch
Mehrmals hatte die Fürstin Quadt, als sie dem Verbandsrevisor Zilinski eine Einladung zur Cocktailparty aussprach, diesen davor gewarnt, in Gegenwart des Biografen Schockemöhle das Wort Esstisch auszusprechen. Dann nämlich würde Schockemöhle, so die Fürstin Quadt, die endlos lange Geschichte des Tapezierers Andrew Darling erzählen, wie dieser, von Napoleon nach St. Helena gerufen, um dessen Privaträume auszustatten, erst zwei Tage nach dem Tod des Feldherren in Jamestown eingetroffen und vom dortigen Befehlshaber Captain Bennett zum Verantwortlichen für die Gestaltung von Bonapartes Sarg ernannt worden sei. Lang und breit würde Schockemöhle, so die Fürstin Quadt, dann im Detail die Ausstattung der vier ineinander verschachtelten Särge schildern, die Frage erörtern, ob es sich um vier oder fünf Särge gehandelt habe, und schließlich nach langem Palaver zu der Szene fortzuschreiten, in der der Tapezierer Darling, der bis dahin alle verfügbaren Edelhölzer als Material für den äußeren Sarg abgelehnt hatte, im Speisezimmer von Captain Bennett, nach dem dieser mit der Faust auf den Tisch geschlagen hatte, die Lösung für sein Problem entdeckt zu haben glaubte. Auf der Cocktailparty versuchte der Verbandsrevisor Zilinski Schockemöhle aus dem Weg zu gehen. Als er ihm doch vorgestellt wurde, sagte Schockemöhle gerade zu der Dame neben ihm: »Auf Elba haben schon die Etrusker Eisen abgebaut.« Nach diesem Satz waren alle Menschen, die neben Schockemöhle gestanden waren, plötzlich verschwunden. Nur der Verbandsrevisor Zilinski stand starr und schweigend da. Der Biograf Schockemöhle schaute ihm in die Augen und sagte: »Man hat Sie instruiert, nicht wahr? Geben Sie es doch zu!«