Die Auffaltung der Alpen

Die Auffaltung der Alpen

 

Ein gewaltiges Sesselknirschen war im Gange, ein Bersten und Platzen, Rutschen und Rollen, ein Rücken und Drücken von Giebeln und Dächern, ein Anschwellen der Erde, bei dem manche nach oben fielen, und andere in die Tiefe stürzten. Aus dem, was zuvor ein Meer gewesen war, wurde ein Gebirge, aus den einstürzenden Bergen wurden Täler, die sich mit Wasser und Leichen füllten und als Flüsse, Seen und Meere dahinflossen oder wogten und brandeten. Doch die plötzlich zu Bergbewohnern gewordenen Menschen, die früher am Meeresstrand gelebt hatten, beherrschten die Käseproduktion auf den Almen nicht. Ihre Käse stanken wie faulige Fischköpfe. Die Menschen, die früher Bewohner des Gebirges gewesen waren, nun aber am Meer lebten, hatten Angst vor dem Wasser und seinen Bewohnern. Sie bauten Schiffe, weil sie nicht schwimmen konnten und fuhren damit zur See, nur um andere Schiffe zu überfallen und zu plündern. Hin und wieder fingen sie Fisch, bereiteten ihn aber zu wie Gebirgsvölker Weidevieh zubereiten und pökelten und salzten ihn übermäßig. Wenn sie zur Erholung – wie sie oft behaupteten – auf Berge kletterten, erkannten sie die Heimat ihrer Vorfahren nicht. Sie schätzten Berge gering und sprachen davon, sie zu »bezwingen«, als handle es sich um feindliche Schiffe oder Flotten. So ist die Welt seit der Auffaltung der Alpen eine verkehrte und nur der längst gewohnte Blick auf diese Verkehrtheit lässt sie den Menschen als richtig erscheinen.