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Unter dem Fußboden

Banknoten

Banknoten

 

Nachdem der als Geldfälscher berühmt gewordene Zeichner Emanuel Ninger im Jahr 1897 aus der Haft entlassen worden und wieder in sein Atelier zurückgekehrt war, wo er zwanzig Jahre lang nur mit Füllfeder und Bleistift Zwanzig-, Fünfzig- und Hundert- Dollarnoten gefälscht hatte, wurde er am Tag seiner Freilassung von einem Zeitungsreporter interviewt und gefragt, was er denn vorhabe, in Zukunft zu zeichnen. Ninger antwortete: Banknoten. Die gefälschten Geldscheine Ningers, der zwanzig Jahre lang als Jim the Penman vom Geheimdienst gesucht worden war, wurden inzwischen für das bis zu Fünfzigfache ihres Nominalwerts gehandelt und waren als Ausstellungsobjekte begehrt. Und so arbeitete Ninger, der für die Herstellung der Fälschung einer Zwanzig-Dollarnote zwei Wochen, für Fünfzig- und Hundert-Dollarnoten drei Wochen benötigte, noch fast vierzehn Jahre lang als Fälscher amerikanischer Geldscheine, bis im Jahr 1911 der Besitz von Ningers Fälschungen, sowie ihr Sammeln oder Ausstellen als Kunstobjekte gesetzlich verboten wurde. Ab 1911 widmete sich Ninger, der eigentlich Joseph Gilbert hieß und aus Deutschland stammte, dem Fälschen deutscher Banknoten. Er hatte aus seiner ursprünglichen Heimat etliche Aufträge erhalten, dortige Banknoten für Ausstellungen von Falschgeld anzufertigen.