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Unter dem Fußboden

Wolf

Wolf

 

Mehrmals hatte man den 23-jährigen Organisten der Schlosskirche Weimar Johann Sebastian Bach im Januar 1709 davor gewarnt, alleine in der Kirche zu proben oder zu komponieren, da er dabei von einem russischen Wolf entdeckt, angefallen und aufgefressen werden könnte. Doch Bach fürchtete die Wölfe nicht, die im Jahrtausendwinter des Jahres 1709 angeblich aus Russland, wo ihre Beute bei Temperaturen bis zu minus 75 Grad zu stark gefroren war, von extremem Hunger getrieben eingewandert waren. Der Organist wollte an Toccata und Fuge in D-Moll weiterarbeiten und hatte keine Zeit, sich vor Wölfen zu fürchten. Das Einzige, wovor Bach Angst hatte, war, auf dem Heimweg von einer der tiefgefrorenen Tauben, die regelmäßig aus beträchtlicher Höhe auf die Straße fielen, getroffen zu werden.