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Unter dem Fußboden

Marmor

Marmor

 

Der Baurat Oskar Marmorek, Architekt des Nestroyhofs und des Rüdigerhofs in Wien, wurde zornig, wenn jemand darauf hinwies, dass Marmorek Architekt sei und sein Name das Wort Marmor enthielt. »Nomen est omen«, sagten dann manche, die sich für klug hielten. »Nomen est nomen«, sagte Marmorek darauf meist mürrisch. Als Marmoreks Vater Josef im Jahr 1900 verstarb, errichtete Oskar Marmorek auf dem Wiener Zentralfriedhof ein von einer Blätterkuppel in der Art der Kuppel der Wiener Secession gekröntes Grabmal. Am 6. April 1909 erschoss Oskar Marmorek sich vor dem Grab seines Vaters. Heute ist der Grabstein in der Mitte gebrochen. Vom Schriftzug des Namens von Marmoreks Vater sind nur die Buchstaben SEF MARMOR übrig.