Liebe

Liebe

 

Seit im Jahr 1785 Jean-François Pilâtre de Rozier und sein Begleiter Pierre Romain bei ihrem Flug von Bologne-sur-Mer nach Großbritannien den Tod fanden, haben die tragischen Unglücke der Luftfahrtpioniere die Herzen bewegt. So war es, als Charles Leroux, von dem man lange behauptete, dass er ein Neffe des ermordeten amerikanischen Präsidenten Abraham Lincoln sei, in Estland bei Reval ins Meer stürzte. So war es, als die frühere Chorsängerin des Berliner Operettentheaters Bertha Carell-Großmann beim Versuch, mit einem neu erbauten amerikanischen Sturzapparat auf einem Floß, das in einem See am Rande Berlins trieb, zu landen, verunglückte. So war es, als der tüchtige Luftschiffer Damm, der bereits in kühler Erde seine Ruhe gefunden hat, bei einem kühnen Flug starb, der Aeronaut Giacomo Merighi bei Livorno den Tod fand oder der Luftschiffer Lattermann am 17. Juni 1894 nach einem entsetzlichen Absturz mit seinem Miniaturballon Rotateur in Krefeld an der Kreuzung der Neuen Linnerstraße und der Dießemerstraße mit ungeheurer Geschwindigkeit auf das Pflaster schlug. Nur einer dieser tollkühnen Helden bewegte bei seinem Tod nicht nur die Herzen, sondern hatte dabei selbst ein tief bewegtes Herz. Die Rede ist vom Aeronauten Fernandez, dessen Werben um Fräulein Donardo mit der Bemerkung, sie könne unmöglich einen Luftschifffahrer lieben, zurückgewiesen worden war. Fernandez erklärte Fräulein Dornado, er könne ohne sie weder in der Luft noch auf der Erde weiterleben und sie habe damit sein Todesurteil gesprochen. Bei seinem darauffolgenden spektakulären Flugversuch in Barcelona am 10. Juni 1887 setzte der Aeronaut Fernandez seinen Ballon und sich selbst in großer Höhe in Brand, sprang aus dem Korb und stürzte brennend zur Erde.